MacBook Pro Retina 13″ Review | 1 Monat später

Entgegen aller Vernunft legte ich mir vor ca. 1 Monat ein Macbook Pro Retina 13″ zu.

Der Verstand hat verloren, der Fanboy in mir hat gewonnen.

1300€ für ein Notebook auszugeben lässt sich nicht rechtfertigen. Schon gar nicht als Student.

Aber wenn man das Macbook ein mal live erlebt hat, kommt man so schnell nicht mehr davon los.

 

DAS DISPLAY – ‚Höhere Auflösung, gleichbleibende Darstellungsgröße.. nur eben schärfer‘

Das Hauptmerkmal des Macbook Pro Retina wird wohl, wie die Modellbezeichnung schon vermuten lässt, das Display sein. Und wer sich das schon einmal in Natura angeschaut hat wird mir zustimmen – das ist das beste Display in einem Notebook, das zur Zeit verbaut wird. Sowohl von der Schärfe her als auch von der Bildqualität und Farbreproduktion. Und ja, ich kenne das Chromebook Pixel, aber ich werte diese Laune Googles nicht als Notebook.

Als ich vor geraumer Zeit von den Gerüchten erfuhr, dass die neue Macbook-Reihe eventuell mit einem Retina-Display ausgestattet werden würde, war ich zunächst eher skeptisch. Denn damals hatte ich von HiDPI noch keine Ahnung (HiDPI = Höhere Auflösung, aber gleichbleibende Darstellungsgröße.. nur eben schärfer). Ich stellte mir das Ganze in etwa so vor, wie die Hochauflösenden Dell-Displays damals auf den Notebooks aussahen. Schön scharf, aber alles war wahnsinnig winzig.

Zum Glück bestätigte sich meine Skepsis nicht; ganz im Gegenteil. Das Retina-Display bietet neben der scharfen Darstellung (meiner Meinung nach) einen riesen Vorteil gegenüber standart Macbooks geschweige denn Windows Notebooks. Und zwar die Möglichkeit die wahrgenommene Auflösung von 1280*800 auf bis zu 1680*1050 beinahe ohne Qualitätsverlust hoch zu skalieren. Das heisst im Klartext, dass ich, wenn es sein muss, gleich viel Inhalt auf meinem 13″ Macbook Pro darstellen kann, wie auf einem 15″ Macbook Pro mit dem optionalen hochauflösenden Display. Gerade für Photoshop oder dergleichen ist diese Funktion wirklich mehr als wilkommen!

DIE HARDWARE – ‚Das Macbook ist ein pures Arbeitstier. Keine Gamingmaschine.‘

Die Tech-Facts gleich mal vorweg:

Das Macbook Pro Retina 13″ in meiner Konfiguration (Basic) besitzt einen Intel Core i5 Prozessor, der mit 2.5 GhZ getaktet ist. Und da er der Ivy-Bridge-Generation angehört, ist ein Intel HD4000 Grafikchip gleich mit dabei (zu dem ich später noch einmal zu sprechen komme). Als Arbeitsspeicher kommen 8Gb DDR3-1600MhZ zum Einsatz (wohl gemerkt – aufgelötet!). Dazu kommt noch der ehrlich gesagt relativ knapp bemessene 128gb SSD Speicher.

Nachdem das Zahlengewirr nun erledigt ist, sei eines gesagt: Das Macbook ist ein pures Arbeitstier. Keine Gamingmaschine.

Nicht fasch verstehen. Das kleine Notebook schafft alles was man ihm zu wirft. Sei es Browsen mit 20 Tabs, Photoshop, Illustrator und InDesign gleichzeitig verwenden, oder gar einfache Videobearbeitung. All das meistert das Macbook ohne nervige Wartezeiten.

Sobald man jedoch versucht Grafikintensive Anwendungen laufen zu lassen, wird es schon etwas schwieriger (und auch wärmer). Einfacheres wie Minecraft, Indie-Games oder Source-Spiele wie zum Beispiel Portal 2 oder Counter-Strike:GO laufen gut. Ein Assassin’s Creed 2 oder Crysis kommt da schon ordentlich ins Stocken.

Das lässt nur eine Vermutung zu: Die beigepackte Grafiklösung reicht nicht ganz aus. Diese These unterschreibe ich mit meinem Namen. Jetzt, wo die anfängliche Euphorie nachlässt, muss ich feststellen, dass das Macbook manchmal etwas überfordert damit ist, diese Wahnsinnig vielen Pixel ordentlich durch die Gegend schubsen zu können. Hin und wieder hakt eine Animation, oder Google’s Chrome Browser ruckelt unangenehm beim natürlichen Scrollen.

Was man trotzdem sagen kann, ist, dass der HD4000 Grafikchip eine überraschend gute Grafiklösung für ein Notebook in dieser Größenordnung ist. Er ist sehr stromsparend (7 Stunden Akkulaufzeit sind bei ausschließlicher Office-Arbeit nicht übertrieben), wird kaum warm (der NVIDIA Chip im 15″ Macbook Pro bringt dieses schon ordentlich ins laute und nervende Pusten), und leistet für einen integrierten Chip sehr viel.

Apropos Akku. Von diesem Wunderwerk der Technik bin ich besonders beeindruckt. Gut, das ist nicht nur Retina-Bezogen, sondern betrifft alle 13-Zöller von Apple. Wenn ich mit einem zu 100% vollen Akku morgens in die Vorlesung gehe, reicht er mir den kompletten Tag über. Das sind ca. 6 volle Stunden Benutzung – in einem Vorlesungsraum ohne Steckdosen ist das Überlebenswichtig. 6 Stunden heissen: SEHR viel Facebook, Twitter und Reddit, PDF-Reader und MS Office (Display-Helligkeit ist immer auf auto). Mein altes 900€ Asus Notebook hat nicht einmal die Hälfte geschafft (Energiesparmodus und Helligkeit sehr weit unten). Respekt.

Zur Hardware bleibt also abschließend zu sagen, dass sie für ein Notebook in dieser Größenordnung gut ist. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Der Prozessor macht was er soll, und die Grafiklösung was sie kann – auch, wenn das manchmal ein Wenig zu wenig ist.

 

DESIGN | VERARBEITUNG – ‚Man bricht sich an den 1.62kg nicht die Schulter‘

Für viele, mich eingeschlossen, ist das Design und die Verarbeitung der MacBooks ein bedeutender Faktor der Kaufentscheidung. Und bei diesem Exemplar hat sich Apple wieder einmal selbst übertroffen.

Alles wirkt wie aus einem Guss, nichts knarzt oder klemmt, und alles funktioniert so wie es soll. Und sieht ganz nebenbei bemerkt noch fantastisch aus.

Allein die Tatsache, dass das Macbook Pro Retina 13″ kleiner (!!!) ist, als sein „eigentlich“ kleinerer Bruder, das Macbook Air 13″, ist wirklich erstaunlich. Es ist sowohl in der Breite, als auch in der Tiefe kleiner. Dass das Air an seiner dünnsten Stelle dünner ist, ist kaum erwähnenswert, denn das MBP ist flacher, als das Air an seiner dicksten Stelle.

Diese Faktoren machen es zu einer mobilen Workstation die seinesgleichen sucht. Man bricht sich an den 1.62kg nicht die Schulter, wenn man es mal längere Zeit in der Umhängetasche mit sich herum trägt, und es nervt nicht längere Zeit damit auf dem Schoß zu arbeiten (besonders angenehm im Zug).

Was auch noch erwähnt werden sollte: Wer Trackpads und Tastaturen von Apple kennt, wird nicht überrascht. Wer zum ersten Mal damit in Kontakt kommt, so wie ich, freut sich erst einmal wie ein kleines Kind an Weihnachten. Besonders das Trackpad hat es mir angetan. Ganz einfach weil die OS X-Eigenen Gesten so wunderbar damit funktionieren und neben dem „Sau-Cool-Sein“ sogar noch sehr nützliche Features sind. Wie zum Beispiel die Mission Control (ehem. Exposé), welches mir gleichzeitig alle geöffneten Programme geordnet in einer Live-Vorschau anzeigt und auswählen lässt.

 

WHAT I THINK OF..

Also. Was halte ich nun davon?

Ich finde das Macbook Pro Retina 13″ sehr gut.

Wäre diese eine Schwäche mit der Intel-Grafik nicht, wäre es sogar perfekt. So ist es „nur“ sehr gut. Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass es bis zum Ende diesen Jahres ein kleines Leistungsupdate bekommt, welches auch diese Schwäche ausmerzen wird. Das wird mich aber nicht zum Neukauf bewegen. Ganz einfach weil ich damit so zufrieden bin, dass mich der ein oder andere kleine Ruckler beim Wechseln von 10 offenen Programmen bei Hochskalierter Auflösung nicht so sehr stört wie er vielleicht sollte.

 

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