Kobo Glo Review

Nach tagelanger Recherche, Ausprobiererei im Laden und Infragestellen des Sinns von E-Book Readern habe ich mir einen gekauft.

Und es sollte nicht nur irgendein E-Reader sein. Nein, es wurde der KOBO GLO.

 

Die Hardware – ‚Der Prozessor ist hier ganz klar der Flaschenhals‘

Zuerst die Specs:

Display: 6″ XGA E-Ink Pearl mit 212ppi, Hintergrundbeleuchtung stufenlos einstellbar

Prozessor: 1GHz

Speicher: 2GB, erweiterbar

Unterstützte Formate: EPUB, PDF, JPEG, GIF, PNG, TIFF, TXT, HTML, RTF, CBZ, CBR

Internet: WLAN + integrierter Browser

Akku: 1 Monat ohne Licht, mit Licht ca. 55 Stunden kontinuierliches Lesen

 

Von der Hardware-Seite gibt es fast nichts zu meckern. Das Display ist für einen E-Reader sehr scharf (on par mit dem Kindle Paperwhite), die Hintergrundbeleuchtung hat eine sehr angenehme Farbtemperatur und leuchtet das Display gleichmäßig aus, der Speicher reicht aus und der Akku ist wie erwartet gut.

Und jetzt kommt das Aber: der Prozessor ist hier ganz klar der Flaschenhals. Man möchte vielleicht denken, dass 1GHz für einen einfachen E-Reader ausreichen sollten. Dem ist im Falle des KOBO GLO jedoch nicht so. Die wuchtige Software bringt den Prozessor oft ins schwitzen, was zuweilen schon recht nervig werden kann. Kurz mal einschalten und vor blättern ist nämlich nicht drin. Da muss man schon ein paar Sekunden warten, bis der Touchscreen reagiert. Wenn dann aber alles geladen ist geht auch das Blättern und navigieren flott. Dennoch wäre in der nächsten Version des GLO ein schnellerer Prozessor oder wenigstens eine leichtere Software wünschenswert.

Die Akkulaufzeit kann ich so voll und ganz bestätigen. Was man jedoch wissen sollte: Der KOBO hat einen Magnetsensor ähnlich dem iPad, welcher mit speziellen Covern den Reader ein und aus schält. Nun ist es jedoch so, dass diese Funktion standartmäßig an geschaltet ist und der Reader damit auf jede magnetische Eingabe am Bildschirmrand reagiert. Nicht so cool, wenn man in der Tasche was magnetisches hat (ein Handy reicht da schon) und sich der Reader dann mitsamt Hintergrundbeleuchtung automatisch ein schält. Das entleert den Akku und meistens merkt man das erst wenn man schon im  Zug sitzt und sich tierisch auf’s Lesen gefreut hat.

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Der Reader – ‚Ich kann super einfach 30 ePubs per USB Kabel auf den Reader überspielen‘

Jetzt, gut ein Jahr nachdem ich den (das, die..?) KOBO gekauft habe, kann ich endlich ordentlich darüber schreiben.

Nachdem man den ausgesprochen gut verarbeiteten Reader ausgepackt und eingerichtet hat, begrüßt einen zunächst ein eher unorthodoxes User-Interface, in dem man sich jedoch recht schnell zurecht findet. Alles in Allem dauert die Einrichtung nicht länger als 20 Minuten, wenn man weiss was man tut.

Jetzt nur noch Bücher übertragen. Aus dem KOBO-Store kaufe ich nichts. Dann lieber ePubs. Und genau hier setzt der große Vorteil des KOBO ein: die native Unterstützung für viele Formate. Ich kann super einfach 30 ePubs, PDFs, TXT-Dateien uvm. per USB Kabel oder Micro-SD Karte auf den Reader überspielen. Der Reader selbst hat 2GB integrierten Speicher, was für Bücher wirklich mehr als genug ist. Den Micro-SD Slot habe ich daher eher als Statement zur Offenheit  angesehen.

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On the road – ‚Ah, cool. Hast dir auch so einen Kindle gekauft?‘

Wie schlägt sich der KOBO GLO also im Alltag? Auf dem Papier scheint ja alles zu klappen.

Die Antwort: er schlägt sich sehr gut!

Es liest sich ausgesprochen angenehm, was ich am Anfang noch bezweifelte. Ein Display soll genau so gut sein wie ein ‚echtes‘ Buch lesen? Kann nich sein. Ich wurde eines besseren Belehrt. Auch, oder gerade im grellen Sonnenlicht liest sich das matte Display sehr gut und klar. Am häufigsten kam der Reader jedoch in der Bahn zum Einsatz. Und genau dafür ist das Hintergrundlicht ideal. Einfach ein schalten und an lassen. Im Hellen stört es nicht, und sobald ein Tunnel kommt oder es dunkel wird bietet die angenehme Beleuchtung den selben Lesekomfort wie an der Sonne.

Mittlerweile haben auch sehr viele Menschen einen E-Reader, was mich freut. Denn so wird man nur noch selten angestarrt als sei man ein Dalek. Einzig die Deonymisierung (jetzt aber!), dass alle E-Reader Kindle genannt werden, stört mich. So habe ich schon oft „Ah, cool. Hast dir auch so einen Kindle gekauft?“ zu hören bekommen. Aber was solls. Meine XBOX ist laut meiner Mutter auch ein Nintendo. So ist es eben, auch wenn es gegenüber KOBO echt unfair ist.

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What I think of..

Was halte ich also davon?

Ich finde das Ding super. Dass ich nach dem Einschalten kurz warten muss stört mich nicht. Das machen die Formatkompatiblität und klasse Hintergrundbeleuchtung wieder wett.

 

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